testcard #25: Kritik
Broschur, mit zahlr. Abb.
304 Seiten
Mai 2017
16,00 €(D)
ISBN 978-3-931555-24-5

Verfügbarkeit: Nicht Lieferbar

testcard #25: Kritik
Roger Behrens / Jonas Engelmann / Frank Apunkt Schneider / Anna Seidel / Jana Sotzko / Johannes Ullmaier (Hg.)

Wir nehmen das Doppeljubiläum der »testcard« – 20 Jahre, 25 Ausgaben – zum Anlass für eine Grundsatzdebatte: Es geht um Kritik! Popgeschichte als Kritik und Kritik als Popgeschichte: Was ist dabei herausgekommen? Wo steht die Kritik heute, was ist Kritik heute? Alle sind kritisch, alle sind kreativ, die Vorstellungen von Subversion, Dissidenz und symbolischem Widerstand sind wie alle kulturellen Strategien der Kritik nivelliert, liquidiert, normalisiert. Pop ist die allgegenwärtige Matrix allgegenwärtiger kritischer Kritik. Kritik ist Reklame. Pop ist Reklame.

Noch im letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts bezeichnete »Geschichte« ein umkämpftes Gebiet; Geschichte zu schreiben, hieß immer auch, Geschichte zu machen. Das galt allemal für die vielen kleinen, seit dem postmodern erklärten Ende der Großen Erzählung, mit Anekdoten verzierten, zu Märchen und Mythen aufgeblasenen Geschichtchen, allen voran: die Popgeschichte. In den 1990ern geriet der Pop – längst so allgemein geworden, dass jede und jeder für sich im Feuilleton und darüber hinaus reklamieren durfte, Pop zu sein, dazu zu gehören, Pop zu definieren etc. – in den Sog der Historisierung und Kanonisierung. Es ging also von Anfang an immer auch um Kritik, wenigstens um eine kritische Verteidigung von Deutungsmacht, wenn sich die »testcard« den programmatischen Untertitel »Beiträge zur Popgeschichte« gegeben hat.

Nach 20 Jahren der »Beiträge zur Popgeschichte« ist es Zeit für eine Selbstpositionierung, eine Bestandsaufnahme und einen Rückblick, für einen wütenden Rundumschlag, ein »Schwarzbuch Gegenwart« und für die Suche nach Antworten auf die Fragen: Wie und wo wäre eine Kritik, die ihren Namen (wieder) verdient, (neu) zu erfinden? Was ist kritisch, was ist unkritisch? Ist Pop kritisch? Muss Pop kritisiert werden und was heißt es eigentlich, den Pop zu kritisieren? Wie verändert sich der Pop in der Kritik? Wie verändert Pop die Kritik? Was heißt Selbstkritik? Wen oder was kritisiert Kritik eigentlich? Und wann, wie und warum haben wir aufgehört, uns zu wehren?

Mit Beiträgen, ­Glückwünschen und ­kritischen Einwürfen von Diedrich Diederichsen, Simon Reynolds, Clara Drechsler, Kevin Vennemann, Klaus Walter, Daniela Seel, Owen Hatherley, Georg Seeßlen, Markus Metz, Agata Pyzik, Dietmar Dath, Austrofred, Michaela Eichwald, Jörg Sundermeier, Mark Fisher, Kathrin Röggla, Fritz Ostermayer, ­Thomas Edlinger, Frieder Butzmann, Peter Glaser, Franz Dobler, Sonja Eismann, Robert Rotifer, Pascal Jurt und vielen anderen.

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